Der Begriff Dschinn bezeichnet in islamischen Sprach- und Denktraditionen feinstoffliche, meist unsichtbare Wesen (Geister oder Dämonen), denen zugeschrieben wird, die menschliche Psyche und das menschliche Handeln beeinflussen zu können. Sie leben – ähnlich wie Menschen – in Gemeinschaften, umfassen gläubige wie ungläubige Mitglieder und können sowohl gut als auch böse sein. In den islamischen Schriften und damit auch in traditionellen religiösen Kreisen nehmen Dschinn eine bedeutende Rolle ein. Während der Glaube an ihre Existenz als zentral gilt, bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, was Dschinn ihrem Wesen nach sind. Viele betrachten sie als Geistwesen, andere hingegen definieren sie als Mikrosysteme.
Der Vortrag beleuchtet das Phänomen der Dschinn im Islam aus begriffsgeschichtlicher, historischer, volksreligiöser und theologischer Perspektive und diskutiert abschließend deren therapeutische Relevanz.
Moderiert wird diese Veranstaltung von Prof. Dr. Abbas Poya.
Prof. Dr. Abbas Poya ist habilitierter Islamwissenschaftler und Lehrstuhlinhaber an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Schwerpunkt Reformdiskurse im gegenwärtigen Islam. Er lehrte auch an den Universitäten Hamburg, Freiburg und Zürich und leitete die Nachwuchsforschergruppe »Norm, Normativität und Normenwandel« an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Islamische Ideengeschichte, moderne intellektuelle Diskurse im Islam und die moderne Geschichte Afghanistans. Zwei seiner jüngsten Publikationen sind:
Wichtig: Den Zoom-Link erhalten Sie kurz vor der Veranstaltung.
Zurück zur Übersicht
Kursnummer:
389997
Datum:
04.07.2026
18:00–19:30 Uhr
Kosten:
kostenlos
centra - Koordinierendes Zentrum für traumatisierte Geflüchtete
Heidenkampsweg 97
20097 Hamburg
Frau Julia Fischer-Ortman
Telefon: 040 2320522-0
E-Mail: info@centra.hamburg
Web: centra.hamburg