Autoritäre Zeiten: Das erzwungene Vergessen

Warum ist es für eine Gesellschaft wichtig, die eigene Geschichte aufzuarbeiten? Welche Bedeutung hat es für die Menschen in einem Land, an staatlich organisierten Terror zu erinnern? Was passiert, wenn dies von staatlicher Seite systematisch bekämpft wird? 

Die russische Historikerin und Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa analysiert, wie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion durch die staatlich gelenkte Erinnerungspolitik das Russland unter Staatschef Putin entstand.  

Im Gespräch mit der Publizistin Shila Behjat geht es um Erinnerung als politisches Konfliktfeld. Scherbakowa ist Mitgründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich in Russland für eine kritische Auseinandersetzung mit der sowjetischen und postsowjetischen Vergangenheit eingesetzt hat, insbesondere für das Erinnern an die Opfer des stalinistischen Massenterrors. Mit dem Machtantritt Wladimir Putins wurde diese Arbeit zunehmend erschwert. 

Die „Insel der historischen Wahrheit“, wie Scherbakowa Memorial einmal beschrieben hat, wurde im Dezember 2021 in Russland schließlich verboten. Im Westen erhielt die Organisation ein Jahr später den Friedensnobelpreis. Heute setzt Scherbakowa ihre Arbeit im Exil fort.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Autoritäre Zeiten“ und lädt dazu ein, jenseits moralischer Empörung über die Ursachen autoritärer Versuchungen nachzudenken und zu fragen, was Demokratie heute zusammenhält.

 

Gäste

  • Irina Scherbakowa ist Gründungsmitglied der NGO Memorial, die 2022 vom Obersten Gerichtshof Russlands unrechtmäßig liquidiert wurde und im selben Jahr den Friedensnobelpreis erhielt. Dort koordinierte die promovierte Germanistin, Übersetzerin und Historikerin u.a. den Geschichtswettbewerb für Jugendliche. Seit Sommer 2022 lebt sie im deutschen Exil und setzt als Vorstandsvorsitzende des Vereins Zukunft Memorial die Arbeit fort.

Moderation

  • Shila Behjat wurde 1982 geboren. Nach ihrem Jurastudium in Hamburg und Paris war sie Korrespondentin in London und lebte als freie Journalistin in Indien. Heute arbeitet sie u.a. als Journalistin und Kulturredakteurin bei Arte. 2024 erschien ihr Sachbuch „Söhne großziehen als Feministin“, im April 2025 legte sie das Buch „Frauen und Revolution“ (beide Hanser) vor.

 

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Kursnummer:
396730

Datum:
22.04.2026

Kosten:
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20457 Hamburg

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Telefon: 040 80 81 92 0
E-Mail: info@koerber-stiftung.de
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