Bessert sich dank Putin bald die Personaldecke in Pflegeheimen? Es könnte so kommen, auch wenn beides nichts miteinander zu tun hat. Dass die Bundeswehr mehr Soldaten braucht, bestreiten nur noch sehr wenige. Bei der Frage, woher die kommen sollen, gehen die Meinungen aber schon auseinander und vollends unübersichtlich wird es, wenn wir die Frage nach einem generellen Pflichtjahr für alle mit einbeziehen. Genau das wollen wir an diesem Abend besprechen.
Angesichts der vielen Streitigkeiten in unserer Gesellschaft herrscht beim Pflichtjahr für alle fast schon große Einigkeit: Zwei Drittel der Menschen befürworten einen entsprechenden Vorschlag des Bundespräsidenten. Dies deckt sich mit einem nach wie vor großen ehrenamtlichen Engagement in Deutschland, gerade auch bei Älteren. Doch sollten wir auch die Jungen zwangsverpflichten und ihnen eines ihrer schönsten Jahre nehmen? Oder profitieren sie vielleicht gerade davon, noch vor der Ausbildung ganz praktisch das Leben kennenzulernen? Ist Selbstverwirklichung durch "Work and Travel" wirklich der Weisheit letzter Schluss oder kann unser Land einen Beitrag von allen erwarten und auch gut gebrauchen? Schafft ein allgemeines Pflichtjahr vielleicht auch ein Gefühl von Gemeinschaft und weitet den Blick auf andere soziale Gruppen, mit denen man noch nichts zu tun hatte? Oder ist das nur ein Einstieg, die Personalausstattung sozialer Einrichtungen weiter runterzufahren und auf ungelernte "Pflichtler" umzusatteln? Und darf der Staat überhaupt ein solches "Opfer" verlangen?
Bis 2011 leistete die Mehrheit der jungen Männer ungefragt Wehr- oder Zivildienst. Welche Erfahrungen können wir aus dieser Zeit nutzen, wie haben soziale Einrichtungen aber auch die Bundeswehr davon profitiert und haben vielleicht auch die Betroffenen diese Zeit weniger als Opfer denn als Bereicherung erfahren?
Kurzum: eine Diskussion, die etwas über uns sagt, die wir führen müssen und in der die Frage steckt: Was tun wir für unser Land? Reden Sie mit!

Verstehen, Mitreden, Verändern – politische Bildung macht Demokratie stark
Mattes Campen hat Politik-Wirtschaft und Spanisch (M.Ed.) in Göttingen und Valencia studiert und macht freiberufliche politische Bildungsarbeit für verschiedenste Zielgruppen. Schwerpunkte seiner Bildungsarbeit sind die Frage nach den Auswirkungen von Desinformation und Künstlicher Intelligenz auf Politik und Gesellschaft, die Resilienz unserer Demokratie sowie die Politik der Europäischen Union. In seinen Veranstaltungen zeigt er aktuelle Kontroversen auf und setzt Impulse, um die Teilnehmenden in die Diskussion zu bringen, so dass die demokratische Streitkultur erlebbar wird.
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Kursnummer:
398161
Datum:
22.06.2026
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