Franki Raffles war eine britische, feministische, kommunistische Fotografin. Ihr Selbstverständnis war das einer „Aktivistin mit Kamera“. Ihre sozialdokumentarischen Arbeiten zeigen vorrangig die Lebensrealitäten von Frauen von den 1970er bis frühen 1990er Jahren. Ihr Ziel war immer, Anstoß zu solidarischem Handeln zu geben. In nur etwas mehr als einer Dekade schuf sie ein außergewöhnliches Werk, das sich mit der bezahlten und unbezahlten Arbeit von Frauen, der Versorgung von Kindern, dem Wohnen, Behindertenrechtsbewegungen, Migration und internationaler feministische Solidarität auseinandersetzt. Ihre Projekte entstanden in Schottland, umfassten aber auch Arbeiten aus der ehemaligen Sowjetunion, China, Zimbabwe, Israel und Palästina. Durch ihre Arbeitsweise gelang es ihr, homogenisierende Narrative weiblicher Erfahrungen zu vermeiden. Stattdessen konzentrierte sie sich auf die jeweiligen sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse und blieb aufmerksam für die Möglichkeiten – und Limitationen – einer feministischen Solidarität, die sich über Unterschiede hinwegsetzt.
Ihr Tod im Jahr 1994 im Alter von 39 Jahren fiel in eine Zeit, in der ihr Werk und ihr Ruf breite öffentliche Aufmerksamkeit erlangten, u.a. durch die Zero Tolerance Kampagne (1992-94), die sie zusammen mit dem Women`s Commitee des Edinburgh District Council entwickelte. Die Kampagne markierte einen entscheidenden Augenblick in der visuellen Kultur des britischen Feminismus, indem sie verdeutlichte, dass Fotografie direkt in öffentliche Räume intervenieren konnte, ohne dabei den ethischen Anspruch auf Komplexität und Würde zu vernachlässigen.
Die Bilder wurden im gesamten Stadtraum auf Bussen und Plakaten gezeigt und dehnten so feministische Analysen auf das Gefüge des städtischen Alltags aus. Es ist aber wichtig, Zero Tolerance nicht als isoliertes Projekt zu verstehen, sondern im Gesamtkontext mit Raffles Praxis.
In der Ausstellung werden wir gemeinsam den Blick auf eine außergewöhnliche feministische kulturelle Praxis lenken. Darüber hinaus besteht für Interessierte die Möglichkeit zum anschließenden informellen Austausch über die gesammelten Eindrücke.
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Foto: Rosa-Luxemburg Stiftung Hamburg
Kursnummer:
409866
Datum:
31.08.2026
Kosten:
5,00 €
Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg - Hamburger Forum für Analyse, Kritik und Utopie e.V.
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