Angesichts der geopolitischen Sicherheitslage geht Prof. Dr. Ulf Schmidt in seiner „Vorlesung für alle“ im Curio Haus der Frage nach, wie und warum „Nürnberg“ wie kaum ein anderes Ereignis der Geschichte des 20. Jahrhunderts zum Symbol der internationalen Nachkriegsordnung geworden ist. Wie konnten die Nürnberger Prinzipien mit ihrer Anerkennung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit einerseits und der Nürnberger Kodex mit seiner grundlegenden Forderung nach freiwilliger, informierter Einwilligung andererseits zu den Eckpfeilern des internationalen Rechts beziehungsweise der medizinischen Ethik werden?
Auf der Grundlage neu erschlossener Dokumente aus britischen und amerikanischen Archiven vermittelt Professor Schmidt neue Einblicke in den improvisierten Charakter der frühen Ermittlungen zu den nationalsozialistischen Kriegsverbrechen sowie in die Entstehung des Nürnberger Ärzteprozesses. Zugleich zeigt er die Entschlossenheit der Alliierten, einen rechtlichen und ethischen Rahmen zu schaffen, der nicht nur die bis dahin beispiellosen verbrecherischen Menschenversuche ahnden, sondern auch die Ideen und Ideologien, aus denen sie hervorgegangen waren, grundlegend in Frage stellen sollte.
Die „Vorlesung für alle“ ist ein Programmpunkt der „Hamburger Horizonte 2026“. Die Veranstaltungsreihe findet vom 13. Oktober bis 20. November 2026 statt und steht unter dem Leitthema „Sicherheit“. Die gemeinsame Initiative der Universität Hamburg, der Körber-Stiftung und des Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) bietet kostenfreie Vorträge, Ausstellungen und Diskussionsrunden.
Hinweise zur Teilnahme

Foto: UHH/Roettger
Prof. Dr. Ulf Schmidt ist Nucleus-Professor für Neuere und Neueste Geschichte, Direktor des Centre for the Study of Health, Ethics and Society sowie Fellow der britischen Royal Historical Society. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Justice of Nuremberg (2004), Karl Brandt: The Nazi Doctor (2007) und Secret Sience (2015). Sein jüngstes Buch Rethinking Cooperation in Cold War Europe erscheint 2026 bei Bloomsbury.

Foto: UHH/Dingler
Mit seiner eindruckvollen Architektur und einer Geschichte von mehr als einem Jahundert zählt das CURIO-HAUS im Hamburger Stadtteil Rotherbaum zu den besonderen Orten für Kultur, Austausch und historisches Gedenken. Internationale Bekanntheit erlangte das Gebäude nach dem zweiten Weltkrieg als Schauplatz der britischen Curiohaus-Prozesse - einem wichtigen Abschnitt der Hamburger Nachkriegsgeschichte.
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Kursnummer:
412668
Datum:
05.11.2026
Kosten:
kostenlos
Universität Hamburg - UHH - Öffentliche Vorlesungen
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20146 Hamburg
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